Problemlösende Kreativität in Technik & Wirtschaft

 Außergewöhnliche Kreativität 

 

Dafür haben wir einfach kein passen- des Bild - noch nicht! - , aber so ganz weit weg ist diese doch sehr unge- wöhnliche Situation von Chaos und frischer Wäsche (Foto KPH) auch nicht!

  Fassung 08.04.2014/08.12.14/30.08.16


 

 In der Technik, der Wissenschaft und der Wirtschaft ist die außergewöhnliche Kreativi­tät ein entscheidendes Element für die Innovationen. Auch für andere Bereiche - wie den künstlerisch–musischen Bereich - liegt eine hohe Bedeutung für sie vor. Trotzdem lassen sich kaum Aussagen zu ihr finden.

In der Wikipedia (Stand 27.02. 2014) findet sich zum Stichwort „Kreativität“¹ eine kurze Aussage zu außergewöhnlicher Kreativität : „Kreativität ..... bleibt bis ins hohe Erwachsenenalter erhalten.... Außergewöhnliche Kreativität ist im Gegensatz zur alltäglichen auch für viele andere Menschen bedeutsam"[B1]. Fortgesetz wird bei  „Forschungs­geschichte der Kreativität“ „Außergewöhnliche Kreativität lasse sich empirisch-psychologisch und experimentell nicht untersuchen" [A1]. Bei Alltagskreativität sei das anders, bei außergewöhnlicher Kreativität aber sind z. B. infolge ihrer Spontaneität, fehlender Häufigkeit u. a. keine untersuchende Tests, keine Neuroimaging-Verfahren; keine Kontrollgruppen möglich.

Vielleicht liegt hier ein Grund für die vorgefundene Zurückhaltung, es bedeutet aber nicht, dass der für das Wesen der Kreativität so wichtigen außergewöhnliche Kreati­vität nicht auf anderen Wegen mehr Aufmerksamkeit, Aufklärung und insbesondere Unterstützung gegeben werden kann. Denn es gibt dazu viele, allerdings empirisch–phänomenologische Untersuchungen mit bemerkenswerten Ergebnissen und Erkennt­nissen. Zwar firmieren die i. d. R. nicht direkt unter dem Begriff „außergewöhnliche“ Kreativität, aber sind ihr inhaltlich eng verbunden.

1.   Definition der „außergewöhnlichen Kreativität“

Außergewöhnliche und die Alltagskreativität² sind zwei charakteristische Erscheinungs­formen der Kreativität.

Die außergewöhnliche Kreativität kann kurz so definiert werden:

Sie hat einen besonderen, einen hohen Anspruch hinsichtlich der kreativen Leistung.

Etwas konkreter ist sie so zu charakterisieren:

Außergewöhnliche Kreativität ist eine besonders hohe Niveausstufe von Kreativität, die auf determinierten Wege nicht zu erreichen ist.

Außergewöhnliche Kreativität ist gekennzeichnet durch

o Originalität,

o Neuheit (nicht nur im jeweiligen Umfeld, sondern in ihrer ausgeprägten Form weltweit) und/oder

o überraschendes Lösungsergebnis (was z.B. aus dem vorhanden Kenntnisstand nicht determiniert ableitbar, aber häufig - besonders auf technischen Gebiet - mit einer Widerspruchlösung erreichbar ist.

Sie entsteht in der Regel bei anspruchsvollen Zielsetzungen durch

• geeignetes Vorgehen (zielgerichtet; oft durch „Wegleitung“ gestützt)

• Problemsensivität (Problemerkennung, Problemanalyse)

• persönliche Kompetenzen, also nötiges (Fach-)Wissen samt gewonnenen Informationen/ Erkenntnisse zum Sachverhalt; Können, Fähigkeiten, Fertig­keit sowie Intuition, Phantasie, Flexibilität und Motivation

unter Kreativität fördernde Bedingungen und Voraussetzungen.

Zur außergewöhnlichen Kreativität gehört ein i. d. R. ein „überraschender Kick“ – beim Problemlösen z. B.: häufig die schon genannte Widerspruchs-lösung.

Er wird im künstlerisch-musische Bereich eher eine Empfindung, Stimmung, Eingebung, Wahrnehmung sein, die aber ebenfalls durch Intuition, Zufall, Phantasie, ... u. a. aus­gelöst worden sein kann, und so auch zu einer originären, einmaligen, überraschenden Lösung geführt hat.

2.   Zur Praxis von „außergewöhnlicher Kreativität“

Die außergewöhnliche Kreativität wird geprägt durch die jeweiligen Spezifika der un­terschiedlichen Anwendungsfelder, in denen sie sich entfaltet. Solche deutlich ver­schiedenen potentiellen Felder für die außergewöhnliche Kreativität können z.B. sein

• der künstlerisch-musische Bereiche (einschließlich den so genannten „Kreativwirtschaften“)

• die problemlösenden Prozesse in Technik und Wirtschaft samt deren Forschungsgebieten

• naturwissenschaftliche Gebiete

• Mathematik, Informatik,

• soziale, geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Disziplinen.

Bei vorn genannten WIKIPEDIA-Seite wird bei „Definition der Kreativität“ u.a. auf Guilford verwiesen, der „bezeichnet als kreativ, jede neue, noch nicht da gewesene, von wenigen Menschen gedachte und effektive Methode, ein Problem zu lösen“ Das Zitierte erscheint be­züglich künstlerisch-musischer Kreativität (eine kreative künstlerische Leistung wird i. d. R. nicht direkt als „Problemlösung“ verstanden) nicht als sehr ergiebig. Für problem­lösende Prozesse in Technik und Wirtschaft samt deren Forschungsgebieten dagegen ist das Problemlösen typisch, also ist das Zitierte dort für das Problemlösen nutzbar.

Mit einem Anspruch auf (mindes­tens einen Anteil) außergewöhnliche(r) Kreativität hat sich unter den Begriffsattributen zu Kreativität wie „problemlösende Kreativität“, „angewandte“, „technisch-ökonomische“, „wissenschaftlich-technische“ oder „technische“ ein breites Feld gebildet, wie die einschlägige Literatur und Praxis zeigen.

Im praktischen Prozess können beide Formen, außergewöhnliche und Alltagskrea­tivität, miteinander verknüpft auftreten und viele Übergangsformen bilden. Eine formale Abgrenzung zwischen der Alltagskreativität und der außergewöhnlichen Kreativität müsste folglich beachten, dass beide Formen miteinander verknüpft auf­treten bzw. auftreten können, viele Übergangsformen mitunter möglich, notwendig, praktikabel und so auch selbst kreativitätsfördernd sind.

Gerade Alltagskreativität kann nicht bloß auf das ‚Produzieren’ von Ideen beschränkt werden, wenn sie auch öfter damit identifiziert wird. Selbstverständlich sind Ideen für eine Lösung nötig. Sie sollten aber auch einen gewissen kreativen Anspruch erfüllen und nicht „nur Spinnereien“ sein, sondern z.B. mindestens anregend, in bestimmten Maße neuartig sein usw. Es gilt auch bei Alltagskreativität: nicht „Masse“ der Ideen ersetzt diese Mindestqualitätsanforderungen, wenn Kreativität gemeint ist.

3. Siehe auch:

Kreativität;

Guilford, J. Paul;

Widerspuchslösungen

problemlösende Kreativität

4. Quellen :

[A 1] Andreasen, N.: The creativy brain. The neuscience of genius. New York: Pana press 2005 ISBN 1-932594-07-8

[Bo 1] Boden, M.: The creative Mind. Mythus and Mechanisms. London: 1990 ISBN 0-415314-53-4

[St 2] Steinberg, R.: Handbook of Creativity. Cambridge: Univ. Press 1989 ISDN 0521 57604-0

[Wiki 4] WIKIPEDIA Stichwort „Kreativität“ Stand 27.02.2014 Siehe Wikipedia

[Wiki 5] WIKIPEDIA Stichwort „Guilford, J. Paul“; Stand 27.02.2014

[Wiki 4] WIKIPEDIA beim Stichwort „Kreativität“: [Holm-Hadulla 2011]

 

6. Weblinks:

www.problemlösendekreativität.de

www.storyal.de

www.kreativität-techniken.de

www. dietmar-zobel.de

 

 

Die kreativen Problemlöser

Autor: Dr. Klaus Stanke unter Mitwirkung / Mitautorenschaft von Prof. Dr. Peter Koch und Dr. Dietmar Zobel


 

1 In der WIKIPEDIA unter „Forschungsgeschichte der Kreativität“ wird zu Kreativität ausgeführt: “Guilford beschrieb das Wesen individueller Kreativität durch folgende grundlegende psychische Merkmale:

o   Problemsensitivität (erkennen, dass und wo ein Problem besteht)

o  Flüssigkeit (in kurzer Zeit viele Ideen hervorbringen)

Flexibilität (gewohnte Wege des Denkens verlassen; neue Sichtweisen entwickeln)

o  Redefinition (bekannte Objekte neu verwenden, improvisieren)

o   Elaboration (anpassen der Ideen an Realität) Originalität. ...

Nach Guilford ist Kreativität eine spezielle Form des Denkens.“

2 (s. z. B. [Steinberg, R.: Handbook of Creativity: Cambridge Univ. Press 1989 ISDN 0521 57604-0])

 


Impressum siehe dort

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