Problemlösende Kreativität in Technik & Wirtschaft

Stand: Mai 16/14.01.2016

Der kreative Prozess bei problemlösender Kreativität -

auch PLP oder PBP benannt - also Problemlösungsprozess oder Problembearbeitungsprozess.

 Stand: 15.06.16/30.08.16

  So wichtig wie dieser Komplex ist, so schwierig ist es auch ihn in einer relativ allgemein gültigen Form zu fassen. Es gibt eine Vielzahl von dafür sich als geeignet bezeichnende Vorgehensweisen, die alle einen mehr oder weniger autorspezifischen Zuschnitten aufweisen (s. eine kleine Sammlung "komplexer Methoden/Anleitungen dazu bei [St 1]).

Sie sind nach Auffassung des Admin nicht so allgemeingültig wie gewünscht, sondern meist eine Strategie / ein Oberprogramm usw. mit einer Untersetzung durch detailliertere Vorgehensweisen bzw. eigene Programmsammlungen des jeweiligen Autors. Dieser relativ feste autortypische Verbund wird nachfolgende mit "festverdrahtet" bezeichnet. 


 Das Auftaktbild für diese Seite könnte eigentlich ein Fluß sein, aber der würde die Illusion fördern, es geht immer vorwärts; Kreativität schreitet aber mehr in Spiralen voran - also etwa wie ein Wirbel. Der könnte zu dem falschen Schluß kommen, es geht im Kreis. Aber das folgende Bild von KPH mit den großen und kleinen Steinen im Fluß ist vielleicht das treffende Symbol:  

 Der trotz der großen und kleinen Steine üppig fließende Wasserstrom zeigt zu gleich die Kraft, die eine Wegleitung dem Gedankenfluss bieten kann.


Zum Inhalt dieser Page:

Nachfolgend werden wieder gegeben 

  1.   einige Gedanken zu einem allgemeingültigen Vorgehen .

Noch in Arbeit ist

  O     Der Arbeitsprozess (PLP) bei pK mit Benennung ausgewählter Modelle / Methodiken

Weiter wird hier evtl. auch noch vorgestellt werden

  O  : Die methodisch-systematische und heuristische Arbeitsweise;  die

auch zum „Kick“ bei außergewöhnlicher Kreativität Aussagen treffen könnte.


 

1. Einige einleitende Gedanken

zu einem Beitrag „Problemlösungsprozess“ 

1.    Eine Reglementierung, die für Kreativität eine Einschränkung bedingt, ist meist nicht günstig. Eine Vorgehensweise darf fördern, aber nicht bremsen. Wobei „bremsen“ auch partiell richtig sein kann, z. B. wenn gerade bei der Analyse des Problems zu schnell vorgegangen werden sollte und dadurch eventuell eine fehlerhafte Richtung eingeschlagen werden könnte.

2.    Ohne Systematik lässt sich ein Problem i. d. R. nicht rationell lösen. Es muss eine Systematik – also Reglementierung - sein, die den Weg zum Ergebnis steuert. Die Steuerung selbst sollte sehr wenig aufwändig sein, fast nicht auffallen. Allerdings kann eine Steuerung in bestimmtem Fällen selbst oder gerade durch sehr „formales Befolgen von Vorschriften“ aktiv zum Lösen des Problems beitragen, Denkblockaden überwin­den, auf bisher dem Bearbeiter nicht geläufige Bereiche oder Gedanken führen usw.

3.    Schon aus diesen nur zwei Punkten kann geschlussfolgert werden:

Systematisches Vorgehen kann förderlich sein und kann auch für Kreativität nicht förderlich sein.

Es verweist auf einen Widerspruch, der für den Problemlösungsprozess charakteristisch zu seinen scheint: Zuviel Wegleitung ist das eine Negativum, zu wenig das andere. Wobei die Veranlagung mit „Trial and error“ eine universelle Vorgehensweise vorgegeben hat, die die Syste­matik auf das Minimum reduziert und erst die Vernunft hat eine gewisse Steuerung als bessere Vorgebensweise anerkannt.

4.    Ein Kompromiss bietet sich wie so oft im Leben als Lösung an: nur eine „Strategie für die Problemlösung“ wird als erstes gewählt, die bestimmt, wie hoch der „Anteil Systematik der Bearbeitung“ seinen darf, kann oder sollte. Z. B. ein hierarchisches Vorgehen mit ganz wenig Methodik als Startvorgabe und mit flexibler Einbindung intensiverer Reglementierung im Laufe des wirksamen Durchlaufen des Weges vom Erkennen des Problems bis zur Beurteilung der gefunden Lösung seitens der Weglei­tung. --> Also Aufrufen konkreter methodischer Wegleitungen situations­gerecht und Nutzen beim Konkretisieren des ursprünglichen „Ansatzes“, sei er eine wage Idee oder ein erhaltener Auftrag für eine Aufgabe.

5.    Mit diesem  Begriff „Ansatz“ kann das Problem im Problemlösungs-prozess (PLP) vom Startzeitpunkt so differenziert werden - was sinnvoll erscheint bezüglich o. g. „Anteil Systematik der Bearbeitung“: es kann eine Idee im status nascendi als der eine Pol (links) oder ein Auftrag evtl. gar mit Vorgabe eines einzuschlagenden Weges für eine Problemlösung als der andere Pol (rechts) sein als zwei Extrema einer Achse. Die zweite Koordinatenachse bilde dann der erreichte Grad der Konkretisierung der Problemstellung. Das jeweilige Problem wird so durch einen Punkt im Feld dieser beiden Achsen widergespiegelt.

Dieses Modell kann noch mehr leisten. Die dritte Achse könnte z. B. die Iterationen angeben, die im Problemlösungsprozess durchlaufen werden.

6. Schon an der praktischen Vielfalt der „Punktmöglichkeiten“ wird die Schwierigkeit klar, dem PLP eine Systematik einheitlich vorzugeben,

    die der in der irrsinnig großen Palette von möglichen Punkten in dem bei 5. aufgespannten Feld gerecht wird und

    voraussetzt, dass der Bearbeiter von seinem jeweiligen Stand seinen Punkt erkennt und

     dass er will (und muss), systematische Arbeit zum Problemlösen zu leisten.

Letzteres ist speziell bei einem Punkt im linken unteren Bereich (wage Idee) kritisch, aber dort besonders nötig. Mehr rechts können z. B. (bei vorge-gebenen Aufgabenstellungen – (AST)) eher mehr Vorgaben für den Weg gemacht worden sein, die auch durchaus hinderlich oder lösungsfremd sind, also das genügend freie Spiel der Gedanken für kreative Lösungen behin­dern.

7. Die aus 5. und 6. resultierende Unwägbarkeiten sind einerseits real gegeben und einfach inhaltlich bedingt, wenn der Vielfalt der Problemlö­sungen genügt werden und sich zu gleich von allen allzu strengen konventionellen Vorgaben für die Wegleitung (die nicht direkt aus der Problemsituation ableitbar wären) abgegrenzt werden soll. Denn es soll ja Neues entstehen, was bisher so nicht existierte. Andererseits gilt aber auch, der Weg zu Neuen selbst muss nicht neu sein. Es ist Charakteristisch für eine Meta-Ebene, dass sie nahe zu eine unbegrenzte Vielzahl von Wegen zulassen kann und trotzdem systema­tisches Vorgehen dabei leistet. Der o. g. Kompromiss kann also auch z. B. mit einem „Meta-Vorgehen (Oberpro­gramm; Methodik)“ beschrieben werden, das – wenn es genügend flexibel ausgestaltet ist, beliebig viel Neues auch beim Vorgehen zulässt und so keine seitens des Vorgehens mögliche Lösung von vornherein aus­schließt.

8.     So ein Meta-Vorgehen sollte als

erstes die Klärung des „Ansatzes“ (Analyse) zu einer Aufgabenstellung (AST) - oft Präzisierung der AST oder ähnlich benannt – leisten und daraus die weitere, nun etwas konkretere Lösungs­stra­tegie bestimmen. Nach Auswahl und Entscheidung einschließlich des Grades der intensiven Nutzung vorhandener Wegleitungen und methodischer Mittel durch den Bearbeiter ist dieser grundlegende

zweite Schritte zu vollziehen. Dazu sollte dem Bearbeiter solche Speicher entscheidungsge­recht bereit gestellt werden. Als

dritter Schritt gehört in die Meta-Ebene die Beurteilung, ob Problemerkenntnis bzw. –lösung ausreichend erfolgt sind oder ob weitere Iterationen zum erneuten Durchlaufen der ersten beiden Schritte hierarchisch ausgehend vom bisher erreichen Niveau nötig sind.

9.    Dieses so skizzierte Meta-Vorgehen ist genügend einfach, um allem Problembearbeitungsprozessen vorangestellt werden zu können und flexibel genug durch die Untersetzung mit geeigneten Speichern, konkrete Weglei­tungen spezifisch von der Aufgabe abgeleitet einsetzen zu können. Damit hätte es universellere Gültigkeit als die meist autorspezifischen festverdrah­teten Programmsystem-„Denkmäler“ und maximale Freizügigkeit bei der Wahl des Weges mit der Möglichkeit intensiver Nutzung vorhandenem Wegwissens.

Nachteilig ist natürlich auch hier, wenn dem Bearbeiter die Erfahrung und Qualifikation fehlen mit Wegleitungen und Methodik umzugehen. Das wird keineswegs wettgemacht, indem dem Anwendungswilligen ein mehr oder weniger bestimmter Weg als festver­drahtes, gar allein selig machendes Programmsystem einfach vorgegeben wird.

10.  Der o. g. Kompromiss kann also mit einem Meta-Vorgehen (Oberpro­gramm; Methodik; ...) beschrieben werden. Wenn es genügend flexibel ausgefertigt bezüglich des Vorgehens ist, kann es beliebig viel Neues zulassen zu schaf­fen und keine mögliche Lösung seitens des Vorgehens von vornherein ausschließen. Es ist vom Eigenaufwand sehr gering. Entscheidend für die Weiterarbeit ist, wie effektiv kann der Zugang auf die nötigen Speicher vorhandener Wegleitungen und Analysemöglichkeiten gestaltet sein und wie groß/speziell sind die Speicher auszustatten. Der prinzipielle Vorrat ist groß. Er muss nur geeignet aufbereitet werden.

Dem steht entgegen, dass die meisten Autoren von Kreativitätstechniken ihr eigenes System propagieren und kaum an einer allgemeinen nicht autor-spezifischen Lösung interessiert sind. Das fördert eine Vielfalt, die für das Füllen o. g. Speicher nützlich ist,  aber trotz der Vielfalt der Situationen bei der problemlösenden Kreativität auch ein Verzetteln der methodischen Förderung der Kreativität darstellt.

Prof. Dr. Stanke

Mai 2016


Impresssum siehe dort

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